Rohrpost: Medienkunst gibt es nicht

article 300108

Meine Antwort auf eine kleine Diskussion, die der Artikel auf Rohrpost entfacht hat.

um auf ein paar Punkte, die aufkamen, zu antworten Рich versuchs m̦glichst knapp zu halten:

Mierau: “Hier wird fernab jeglicher Benjaminscher Aura”
Benjamins Vorstellung von Kunst und Reproduktion hat sich eben nur in der populären und kommerziellen Kultur verwirklicht, wo reproduzierte Dinge mit Inhalt verkauft werden. Kunst hat als Standard das Einzelstück bzw. die limitierte Auflage behalten. Damit ist sie technisch und auch ökonomisch von Reproduktionsmedien und deren Distributionsofmren unabhägig geblieben. (nicht nur zum Vorteil)

Ursula Damm: “Die Netzkunst ist passé, weil sie nicht mehr auf die spannenden Fragen des Internets und seiner Entwicklung antworten kann.”
Vollkommen d’accord – was nicht zuletzt daran liegt, dass sie – wie vergeblich auch immer – das Subsystem Kunst adressiert und damit eben nicht die Gesellschaft als Ganzes.

Christoph Theiler: “sie bauen ihr argumantationsgebäude auf der behauptung auf, medienkunst und kunst seien sich gegenseitig ausschließende begriffe”
Nein. Ich behaupte, der Begriff Medienkunst hat versucht, eine kleine Distinktion oder Exklusivität einzuführen, und das Vorhaben ist daran gescheitert, dass siese Distinktion sich für niemanden mehr lohnt.

Andreas broeckmann: “uebersichtliche wiedergabe der diskussionen, die auf der transmediale (und auf der rohrpost) schon seit jahren gefuehrt werden;”
Sicher, die Diskussion ist nicht neu. Ich habe nur versucht, meine Ansicht dazu zu formuoieren und in einen historischen Kontext zu stellen (der einiger kleiner Jahreszahlfehler zum Trotz gilt). Es interessiert sich ganz offensichtlich eine größeres Publikum dafür, als nur die Zirkel der unmittelbar Betroffenen.

Armin Medosch: “und es gibt sie doch”
Aber die Chancen stehen gut, dass es sie eben nur gegeben haben wird – als eine Episode der 80er und 90er Jahre.

Tilman: “Wenn es so wäre, dass die “richtigen” Künstler … gelegentlich tolle Arbeiten mit Internet, Computer, Handy, Second Life etc schaffen würden, könnte man die Transmedialen, Ars Electronicas, Medienkunstschulen etc. vielleicht wirklich abschaffen. Leider kenne ich solche Beispiele nicht.”
Abschaffen ist nicht meine Idee. Im Gegenteil – nur sollten sich deren Absolventen nicht darauf fixieren, unbedingt den Kunstbetrieb entern zu wollen, sondern evtl sinnvollere Dinge mit Medien anstellen.
“dass die Netzkunst nicht das Netz geprägt hat”
Kein Vorwurf, sondern eine Festetellung. Wäre es nicht viel lohnender, anstatt sich vom Netz in die Kunst zu quälen, im Netz selbst zu operieren?

Michael Schweiger: “dass der, diese diskussion startende, zitierte artikel, seicht und jenseitig daherkommt”

LOL … thx

Stefan



Komentare